Geopolitik29. Juli 2026ca. 11 Min. Lesezeit
Die Mega Group – Das Milliardärs-Netzwerk hinter Zionismus und Epstein
Eine geheime Gruppe von 20 zionistischen Milliardären, die sich seit 1994 treffen. Sie finanzieren Birthright Israel, pro-Israel-Think-Tanks und die Emet-Gruppe. Und zwei von ihnen – Les Wexner und Michael Steinhardt – waren direkt mit Jeffrey Epstein verbunden.

Im Jahr 1994 traf sich eine Gruppe von etwa 20 der einflussreichsten jüdischen Milliardäre Nordamerikas in Las Vegas. Die Einladung kam von Edgar Bronfman (Seagram's) und Michael Steinhardt (Hedgefonds-Milliardär). Sie nannten sich „Study Group", und die Öffentlichkeit sollte nicht erfahren, was sie besprachen. Aber ein Bericht des Wall Street Journal 1998 enthüllte die Existenz der Gruppe. Der Name, den die Journalisten ihr gaben: Mega Group.
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Die Struktur der Mega Group

Die Mega Group ist kein formeller Verein, keine eingetragene Organisation, keine Stiftung. Sie ist ein informelles Netzwerk, ein Koordinationsmechanismus für einige der reichsten und einflussreichsten pro-Israel-Akteure Nordamerikas.
Die Gruppe traf sich halbjährlich. Die Treffen waren geschlossen, ohne Presse, ohne Protokolle, ohne Öffentlichkeit. Die Mitglieder zahlten Beiträge, die in einen gemeinsamen Topf flossen, für pro-Israel-Projekte.
Die Gründung
Initiiert wurde die Mega Group von Edgar Bronfman, dem Erben des Seagram's-Whisky-Imperiums, und Michael Steinhardt, einem Hedgefonds-Milliardär mit Steinhardt Associates. Das erste Treffen fand 1994 in Las Vegas statt, fern der Öffentlichkeit und fern der üblichen philanthropischen Zirkel. Das erklärte Ziel war die Koordinierung philanthropischer und politischer Aktivitäten für Israel und die Stärkung jüdischer Identität im nordamerikanischen Raum. Die Selbstbezeichnung lautete „Study Group", ein bewusst unschuldiger Name für eine Gruppe, die über Spendengelder in dreistelliger Millionenhöhe entschied.
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Die Mitglieder
Die Mitgliederliste wurde nie offiziell veröffentlicht. Aber durch Recherchen des Wall Street Journal, der Forward und anderer Quellen sind folgende Namen dokumentiert:
| Name | Vermögensquelle | Verbindung zu Epstein | Rolle |
|---|---|---|---|
| Les Wexner | Limited Brands (Victoria's Secret) | Epsteins Sponsor, gab ihm Villa + Geld | Gründer-Mitglied |
| Edgar Bronfman | Seagram's (Whisky) | Keine direkte | Mitgründer |
| Charles Bronfman | Seagram's | Keine direkte | Mitgründer |
| Michael Steinhardt | Hedgefonds | Epstein-Freund, gemeinsame Spenden | Mitgründer |
| Ronald Lauder | Estée Lauder | Keine direkte | Mitglied |
| Steven Spielberg | Filmregisseur | Keine direkte | Mitglied |
| Harvey Weinstein | Miramax/Weinstein Co. | Epstein-Freund (beide im Comp-Room) | Später assoziiert |
| Lynn Schusterman | Petroleum | Keine direkte | Mitglied |
| Charles Schusterman | Petroleum | Verstorben | Mitglied |
| Michael Steinhardt | Hedgefonds | Siehe oben | Mitgründer |
Auffällig ist, dass drei Mitglieder, Wexner, Steinhardt und Weinstein, direkte Verbindungen zu Jeffrey Epstein hatten. Wexner war Epsteins wichtigster Geldgeber.
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Les Wexner: Epsteins Sponsor
Les Wexner, der Mann hinter Victoria's Secret, Bath & Body Works und The Limited, war Jeffrey Epsteins engster finanzieller Verbündeter. Die Beziehung begann in den späten 1980er Jahren und entwickelte sich zu einer der undurchsichtigsten Finanzbeziehungen der amerikanischen Wirtschaftsgeschichte. Wexner gab Epstein Vollmacht über sein Vermögen, und zwar unbegrenzt. Epstein wohnte in Wexners New Yorker Villa an der 71st Street, der gleichen Villa, in der später die Mädchen verkehrten. Wexner kaufte die Villa und stellte sie Epstein quasi als Wohnsitz zur Verfügung. Epstein verwaltete Wexners Geld, und schätzungsweise 1 Milliarde USD flossen durch Epsteins Hände. Wexner flog außerdem auf Epsteins Flugzeugen, was durch die Flugprotokolle dokumentiert ist.
Wexner erklärte später, er habe Epstein als „Treuhänder" eingesetzt und sei „betrogen" worden. Aber die Frage bleibt, warum ein Milliardär einem Mann ohne erkennbare Qualifikation Vollmacht über sein gesamtes Vermögen gab. Die Beziehung dauerte fast zwei Jahrzehnte, und in dieser Zeit lebte Epstein in Wexners Häusern, nutzte seine Flugzeuge und verfügte über sein Geld. Das Ausmaß dieser Verbindung geht weit über das hinaus, was man als normale geschäftliche Treuhandschaft bezeichnen würde.
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Finanzströme der Mega Group
Die Mega Group und ihre Mitglieder steuern Gelder in mehrere pro-Israel-Projekte:
Birthright Israel (Taglit)
Gegründet von Charles Bronfman und Michael Steinhardt. Das Programm bringt junge Juden aus der ganzen Welt kostenlos nach Israel, 10 Tage, alles bezahlt. Seit 1999 haben über 800.000 junge Juden teilgenommen.
Birthright ist dabei nicht neutral. Die Touren zeigen ein kuratiertes Israel, ohne besetzte Gebiete, ohne Nakba, ohne palästinensische Stimmen. Es ist eine Propagandareise in touristischer Verpackung, die jungen Juden ein Israel präsentiert, das politisch bereinigt ist.
Emet-Gruppe (The Israel Project)
Die Mega Group finanzierte Emet, eine 2003 gegründete Organisation, die sich der Verbesserung von Israels Image in den USA widmet. Emet produzierte Talking Points für Politiker, trainierte Sprecher und betrieb Medien-Kampagnen.
Steinhardt Foundation
Michael Steinhardts Stiftung fördert jüdische Identität, Israel-Bildung und das Areivim-Projekt, eine Initiative, die jüdische Bildung in den USA strukturiert.
ADL und AIPAC
Mehrere Mega-Group-Mitglieder sind persönliche Großspender der Anti-Defamation League (ADL) und des American Israel Public Affairs Committee (AIPAC). Die Finanzströme sind nicht immer transparent, aber die Verbindungen sind dokumentiert.
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Die strukturelle Bedeutung
Die Mega Group ist keine Verschwörungstheorie, sondern eine dokumentierte Tatsache. Das Wall Street Journal hat sie 1998 enthüllt. Die Forward hat mehrfach berichtet. Mitglieder haben ihre Beteiligung bestätigt.
Die strukturelle Bedeutung liegt in der Koordination: Was sonst verstreut wäre, Spenden, Lobbyarbeit, Medien-Einfluss, Bildungsprogramme, wird durch die Mega Group aufeinander abgestimmt. Das ist nicht illegal, aber es ist undemokratisch: 20 Milliardäre, die hinter verschlossenen Türen entscheiden, welche pro-Israel-Projekte Hunderte Millionen erhalten.
Die Gruppe funktioniert nach dem Prinzip des gepoolten Einflusses. Jedes Mitglied allein wäre ein bedeutender Spender. Aber zusammen, mit koordinierter Strategie und gemeinsamen Budgets, werden sie zu einem politischen Akteur, der den Einfluss einzelner Lobbygruppen bei weitem übersteigt. Ein Beispiel: Wenn Charles Bronfman Birthright Israel finanziert, Michael Steinhardt jüdische Bildung fördert und Ronald Lauder die ADL unterstützt, entstehen drei scheinbar unabhängige Initiativen. In Wirklichkeit stammen sie aus demselben Raum, derselben Strategie, derselben Gruppe.
Diese Form der Koordination ist in der amerikanischen Politik nicht einzigartig. Konservative Netzwerke wie die Koch-Brüder oder das Council for National Policy operieren nach ähnlichen Mustern. Der Unterschied liegt in der Spezifität: Die Mega Group koordiniert gezielt pro-Israel-Politik, und sie tut es mit einer Hülle aus Philanthropie, die die politische Dimension verschleiert.
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Die Epstein-Verbindung
Die Verbindung zwischen Mega Group und Epstein ist nicht spekulativ, sondern dokumentiert. Les Wexner war Mega-Group-Mitglied und zugleich Epsteins wichtigster Sponsor. Michael Steinhardt war Mitgründer der Gruppe und ein bekannter Epstein-Freund, der gemeinsame Spendenaktionen mit ihm durchführte. Alan Dershowitz war zwar kein formelles Mitglied, aber juristischer Berater mehrerer Mitglieder und gleichzeitig einer von Epsteins Verteidigern. Ehud Barak war ebenfalls kein Mitglied, aber Empfänger von Mega-Group-Spenden und ein enger Epstein-Freund, der Epstein regelmäßig besuchte.
Es kommt weniger darauf an, ob die Mega Group Epstein kannte, als darauf, ob sie wusste, was er tat, und ob sie davon profitierten.
Die Häufung von Epstein-Verbindungen in einer einzigen Gruppe von 20 Menschen ist statistisch auffällig. Epstein war kein zufälliger Bekannter, der am Rande auftauchte. Er war tief in die Finanzstrukturen mindestens zweier Mitglieder eingebettet. Er beriet Dershowitz juristisch. Er traf sich mit Barak. Und er bewegte sich in einem Kreis, in dem Milliarden Dollar für pro-Israel-Politik entschieden wurden.
Ob daraus mehr folgte als finanzielle Beziehungen und persönliche Freundschaften, ist bis heute nicht abschließend geklärt. Aber das Muster wirft Fragen auf, die über individuelle Schuld hinausgehen. Es wirft die Frage nach einem System auf, in dem Milliardäre, Sexualstraftäter und geopolitische Strategien sich überschneiden.

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