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Recherche30. Juli 2026ca. 12 Min. Lesezeit

Benny Shabtai — Der Namensgeber

Ein israelischer Multimillionär, der mit Jeffrey Epstein durch Israel reiste, Militärbasen tourte und im Black Book auftaucht. Seine Stieftochter sagt, er drohte, sie könne 'verschwinden'. Seine 1,7-Millionen-Spende gab der Shabtai Society ihren Namen.

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*Er gab der Shabtai Society ihren Namen und ihr Hauptquartier. Er war jahrzehntelang Vorsitzender der Friends of the Israel Defense Forces. Er reiste mit Jeffrey Epstein nach Israel, während Epstein unter Strafverfahren stand. Er taucht in Epsteins Black Book auf. Seine Stieftochter sagt, er drohte, sie könne „verschwinden" — wegen seiner Verbindungen zu israelischen Geheimdiensten. Sein Name ist Benny Shabtai.*

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Der Geschäftsmann

Benny Shabtai — Der Namensgeber – Kontextbild
Bildquelle: Wikimedia Commons – Recherche

Benny Shabtai ist ein israelischer Multimillionär. Sein Vermögen stammt aus verschiedenen Branchen — Immobilien, Gastronomie, Cannabis (Mitgründer von *Downtown Flwr*, einem Cannabis-Dispensary in Jersey City). Er ist 74 Jahre alt, in Israel geboren, in den USA geschäftlich aktiv.

Aber seine wichtigste Rolle war jene als Vorsitzender der Friends of the Israel Defense Forces (FIDF) — einer Organisation, die Spenden für israelische Soldaten sammelt und Galaveranstaltungen organisiert. Shabtai saß jahrzehntelang im Vorstand und war maßgeblich daran beteiligt, die FIDF-Treffen zu großen Fundraising-Galas auszubauen.

Die FIDF ist keine gewöhnliche Wohltätigkeitsorganisation. Sie ist eine direkte finanzielle Brücke zwischen amerikanischen Spendern und der israelischen Armee. Wer im Vorstand der FIDF sitzt, hat Zugang — zu Militärs, zu Politikern, zu Geheimdienstkreisen.


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Die Epstein-Verbindung

Benny Shabtai und Jeffrey Epstein kannten sich gut. Nicht flüchtig. Gut.

Das Black Book

Shabtai taucht in Epsteins Black Book auf — dem berüchtigten Adressbuch, das bei der Razzia auf Epsteins Anwesen in Palm Beach sichergestellt wurde. Auf derselben Seite wie Shabtai stehen ein saudi-arabischer Prinz und Maria Shriver aus der Kennedy-Familie. Das Black Book war nicht einfach ein Kontaktverzeichnis. Es war Epsteins soziale Karte — die Menschen, die er brauchte, die er pflegte, die er einsetzte.

Die Israel-Reise 2008

Im April 2008 — während Epstein unter Strafverfahren stand, wegen Solicitation von Minderjährigen angeklagt war und kurz vor seiner Plea-Deal-Verurteilung stand — flog er nach Israel. Begleitet wurde er von Benny Shabtai.

Die *Page Six* berichtete damals:

„Jeffrey Epstein — who's facing jail time for soliciting prostitutes, some of whom were under the age of 18 — isn't feeling the love stateside, so he's skipped the country (temporarily, we're assured) to feel the love in Israel. A rep said Epstein, who was spotted at the Tel Aviv Hilton over the weekend, ‚is in Israel for Passover. He's meeting with Israeli scientists about medical research he's funding and taking a tour of military bases with [Friends of Israel chairman] Benny Shabtai.'"

Epstein tourte also israelische Militärbasen — während er unter Strafverfahren stand. In Begleitung des FIDF-Vorsitzenden. Die Epstein-Files des US-Justizministeriums enthalten unter der Dokumentnummer EFTA00013730 einen Eintrag vom 25. April 2008, der diese Reise belegt.

Die E-Mails

In den vom DOJ veröffentlichten Epstein-Files finden sich mindestens fünf Seiten an Korrespondenz zwischen Shabtai und Epstein. Dokumente EFTA02148317 und EFTA02148337 enthalten Anfragen von Epsteins Mitarbeitern: „have any info re Benny Shabtai coming" — ein Mitarbeiter erkundigt sich nach Shabtais Besuch. Dokument EFTA02175707 enthält einen weiteren Verweis auf Shabtai in Epsteins Kommunikationen.

Epstein nutzte mehrere E-Mail-Adressen mit seinen Initialen „JE." Die Korrespondenz begann 2008 — genau im Jahr der Israel-Reise. Epstein war begierig darauf, Geschäftsbeziehungen in Israel aufzubauen, und Shabtai war sein Türöffner.

Die Hochzeit 2015

So eng war die Beziehung, dass Benny Shabtai Jeffrey Epstein zu seiner Hochzeit mit Stacey Cooper im Jahr 2015 einlud. Das war sieben Jahre nach Epsteins Verurteilung, zwei Jahre nach Epsteins Entlassung aus dem Gefängnis. Wer einen verurteilten Sexualstraftäter auf seine Hochzeit einlädt, betrachtet ihn nicht als Geschäftsbekanntschaft. Er betrachtet ihn als Freund.


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„Secret meetings with the Israeli army"

Die schwerste Aussage kommt nicht aus den Epstein-Files. Sie kommt aus einem Gerichtsverfahren.

Samantha Cooper, 36, die Stieftochter Benny Shabtais — Tochter seiner Frau Stacey aus einer früheren Beziehung — reichte 2023 eine Klage gegen ihn ein. Sie wirft ihm vor, sie sexuell belästigt zu haben. In den Gerichtsdokumenten steht eine Passage, die direkt in den Kern dieser Recherche führt:

„He traveled with his good friend Jeffrey Epstein to Israel where they had secret meetings with the Israeli army in order for them to fund covert operations and therefore, could harm Samantha Cooper and get away with it if she didn't do as he said."

Cooper behauptet weiter, Shabtai habe gedroht, sie könne „go missing" — verschwinden — wegen seiner Verbindungen zu israelischen Spionen, die er über Epstein kennengelernt habe.

Das ist eine Aussage in einer Zivilklage. Sie ist nicht bewiesen. Sie wurde nicht strafrechtlich verfolgt. Aber sie beschreibt ein Szenario, das mit den bekannten Fakten konsistent ist: die Israel-Reise 2008, die Militärbasen-Touren, die FIDF-Verbindungen, das Black Book, die jahrelange Freundschaft.


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IDF-Kleidung auf Little Saint James

Bei der Razzia auf Epsteins Privatinsel Little Saint James wurden Gegenstände gefunden, die in diesem Kontext beunruhigend sind: IDF-markierte Kleidung — ein Sweatshirt und ein T-Shirt mit hebräischem Text — sowie eine weiße militärische Dress-Uniform mit Medaillen (die nationale Herkunft wurde nicht identifiziert).

Das bedeutet nicht, dass Epstein ein israelischer Agent war. Aber es bedeutet, dass er Zugang zu israelischem Militär hatte. Dass er militärische Souvenirs besaß. Dass die Israel-Reise mit Shabtai nicht nur ein Touristenbesuch war.


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Die FBI-Akte — „Trained as a spy"

In den FBI-Files zu Epstein existiert ein Dokument EFTA00090314 — ein FD-1023-Formular (Confidential Human Source Report). Darin behauptet eine vertrauliche Quelle, dass Alan Dershowitz — Epstein-Anwalt, Harvard-Professor und Shabtai-Yale-300-Teilnehmer — dem damaligen US-Anwalt Alexander Acosta sagte:

„Epstein belonged to both U.S. and allied intelligence services."

Und weiter:

„Epstein was close to the former Prime Minister of Israel, Ehud Barak and trained as a spy under him."

FD-1023-Formulare dokumentieren unverifizierte Quellenbehauptungen, keine FBI-Schlussfolgerungen. Aber das Dokument existiert in der FBI-Akte. Es ist das direkteste Intelligence-Connection-Statement im gesamten Corpus.

Ein weiteres Untersuchungsmemo (EFTA00098755, Seite 4) besagt:

„Jeffrey Epstein worked for the United States government as a financial bounty hunter."

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Die Spende — 1,7 Millionen für Yale

2014 — sechs Jahre nach der Israel-Reise, ein Jahr nach Epsteins Entlassung aus dem Gefängnis — spendete Benny Shabtai 1,7 Millionen Dollar an die Shabtai Society. Das Geld kaufte die Anderson Mansion. Die Organisation benannte sich nach ihm.

Rabbi Hecht erklärte die Beziehung so:

„Shabtai was a longtime friend of his who understood the importance of having a Jewish presence in different pockets of the world."

Benny Shabtai bestätigte in einem Interview mit der *Yale Daily News*, dass er Hecht kannte, seit der Rabbi 13 Jahre alt war. Hecht „came to his office every Friday to put tefillin" auf ihn — ein chassidisches Ritual, bei dem Gebetsriemen angelegt wird. Die Beziehung war also nicht geschäftlich. Sie war spirituell, langjährig, persönlich.


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Die Klage — Shabtai gegen Shabtai

Im Juli 2019 — zwei Jahre vor Epsteins Tod — verklagte Benny Shabtai die Organisation und Rabbi Hecht. Er behauptete, die Bedingungen seiner Spende seien verletzt worden:

  • Kauf und Renovierung der Anderson Mansion — nicht vollständig durchgeführt
  • Umbenennung der LLC von *Eliezer Inc.* zu *Shabtai Inc.* — erfolgt
  • Designation des Gebäudes als „Beit Shabtai" — nicht erfolgt
  • Aufnahme Benny Shabtais als Trusteenicht erfolgt
  • Zusätzliche Fundraising-Kampagne über 16,5 Millionen Dollarnicht durchgeführt

Einen Monat später, im August 2019, zog Shabtai die Klage zurück. Hecht sagte, er und die anderen Direktoren seien „extremely puzzled as to why Mr. Shabtai filed suit against his eponymous institution to begin with."

Die Klage und ihr Rückzug bleiben unerklärt. Was hinter den Kulissen verhandelt wurde, ist nicht öffentlich.


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Die Scheidung — Stacey Cooper Shabtai

2023 reichte Benny Shabtai die Scheidung von seiner Frau Stacey Cooper Shabtai ein. Parallel dazu erhob seine Stieftochter Samantha Cooper die oben zitierte Klage auf sexuelle Belästigung. Die *New York Post* berichtete über „ugly claims of sexual harassment and death threats" in einer „bitter series of lawsuits and a divorce."

Die Gerichtsdokumente beschreiben einen Mann, der seine Verbindungen zu israelischen Geheimdiensten als Drohinstrument einsetzte — falls die Aussagen der Stieftochter stimmen.


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Was bleibt

Benny Shabtai ist der Namensgeber der Shabtai Society. Sein Name steht auf dem Gebäude. Sein Geld hat die Organisation ermöglicht. Seine Beziehung zu Jeffrey Epstein ist dokumentiert — durch das Black Book, durch E-Mails, durch die Israel-Reise 2008, durch die Hochzeitseinladung 2015.

Die Frage ist nicht, ob Benny Shabtai ein Krimineller ist. Die Frage ist, warum eine Organisation, die sich als „Global Jewish Leadership Society" bezeichnet, an einer Elite-Universität operiert, zukünftige amerikanische Führungskräfte formt — und den Namen eines Mannes trägt, der mit einem verurteilten Sexualstraftäter durch Israel reiste, Militärbasen tourte und in dessen Black Book steht.

→ Weiter zu **Teil 3: Der Ben-Gvir-Skandal (externer Link, öffnet in neuem Tab)** — Als Rabbi Hecht einen rechtsextremen Minister einlud und die Gesellschaft brach


Benny Shabtai — Der Namensgeber – Abschlussbild
Bildquelle: Wikimedia Commons – Recherche

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Quellen


*Die Aussagen von Samantha Cooper entstammen Zivilklagen und wurden nicht strafrechtlich verifiziert. Die FBI FD-1023-Dokumente enthalten Quellenbehauptungen, keine FBI-Schlussfolgerungen. Alle Epstein-File-Dokumentnummern beziehen sich auf die vom US-Justizministerium veröffentlichten Datensätze.*

Σ

Sigma

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