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Sport & Macht09. Juli 2026ca. 8 Min. Lesezeit

WM 2026: VAR-Skandale – Deutschland, Kroatien, Brasilien

Die Technologie, die Gerechtigkeit bringen sollte – und das Gegenteil bewirkte

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Staged photo of an association football referee (Tadeáš Bednarz) of the Football Assocition of the Czech Republic (FAČR)

Das Video Assistant Referee System sollte Zweifel minimieren. Es sollte Konsistenz bringen. Es sollte Gerechtigkeit garantieren. Bei der WM 2026 hat es das Gegenteil bewirkt.

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Fall 1: Deutschland, Das aberkannte Tor gegen Paraguay

WM 2026: VAR-Skandale, Deutschland, Kroatien, Brasilien, Kontextbild
Bildquelle: Wikimedia Commons, Sport & Macht

Spiel: Deutschland vs Paraguay, Achtelfinale, Foxborough (nahe Boston) Folge: Deutschland scheidet im Elfmeterschießen aus

Der Vorfall

Jonathan Tah köpft in der Verlängerung ein. Das Stadion jubelt. Dann meldet sich der VAR. Schiedsrichter geht an den Monitor. Tor wird aberkannt.

Begründung: Waldemar Anton soll am paraguayischen Torhüter gefoult haben. Die Experten sehen es anders.

Die Experten

Schiriexperte Wagner von der Sportschau sprach von einer „klaren Fehlentscheidung". Die ZDF-Experten Kramer und Mertesacker sahen das ähnlich, wollten das aber nicht als Ausrede gelten lassen. Die Welt titelte „Korrektes Tor" und nannte es eine klare Fehlentscheidung gegen Deutschland. Auch n-tv lieferte eine ausführliche Analyse, warum die Entscheidung umstritten ist.

Die VAR-Assistentin

Tatiana Guzman aus Nicaragua gab den Hinweis, der zur Aberkennung führte. Die FIFA verteidigte den Eingriff. Die Kritik war massiv.

Die Parallele zur EM 2024

Bei der Heim-EM 2024 schied Deutschland im Viertelfinale gegen Spanien aus, weil Schiedsrichter Anthony Taylor ein offensichtliches Handspiel von Marc Cucurella nicht ahndete. Jetzt, 2026, wiederholt sich das Muster: Eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung wirft Deutschland aus einem Turnier.

Quellen: ZDF, Spiegel, Welt, Sportschau, n-tv, Express, Sport1

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Fall 2: Kroatien, Ausgleich in der Nachspielzeit annulliert

Spiel: Kroatien vs Portugal, Runde der letzten 32, Toronto Folge: Kroatien scheidet aus

Der Vorfall

Josko Gvardiol schießt in der 13. Minute der Nachspielzeit zum vermeintlichen Ausgleich ins Netz. Das Jubeln ist von kurzer Dauer. VAR eingriff. Tor annulliert.

Begründung: Igor Matanović soll den Ball leicht mit dem Kopf berührt haben, bevor er zu Mario Pašalić kam, der im Abseits stand. Pašalićs Ball erreichte Gvardiol, der einschob.

Das Problem

Aus den Wiederholungen war „fast unmöglich zu erkennen, ob Matanović den Ball tatsächlich berührt hatte". Der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas ging an den Monitor und verkündete die Entscheidung direkt vor der Zuschauermenge im Toronto Stadium.

Die Technologie

Die FIFA veröffentlichte eine Erklärung: Die sogenannte Snicko-Technologie (bekannt aus dem Cricket) im Trionda-Ball habe bewiesen, dass Matanović den Ball leicht berührte. Ein Regelexperte unterstützte die Entscheidung.

Die Bewertung

Die Entscheidung mag technisch korrekt sein. Aber die Frage ist: Warum wird bei Kroatien eine Millimeter-Entscheidung durchgecheckt, während bei anderen Spielen (Argentinien vs Ägypten) ein klarer Shirt-Pull im Strafraum nicht einmal vom VAR überprüft wird?

Die Inkonsistenz ist das Problem, nicht die Technologie.

Quelle: Sporten.com

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Fall 3: Brasilien, Fehlerhafter Elfmeter nach VAR

Spiel: Brasilien vs Norwegen, Achtelfinale, New Jersey Folge: Norwegen gewinnt 2:1, Brasilien scheidet aus (aber der Elfmeter hätte das Spiel kippen können)

Der Vorfall

Kristoffer Ajer grätscht Matheus Cunha im Strafraum um. Schiedsrichter Ismail Elfath pfeift nicht. VAR-Assistentin Tatiana Guzman schickt ihn an den Monitor. Elfmeter für Brasilien.

Das Problem

In der Entstehung hatte Brasilianer Danilo im Mittelfeld gefoult, klar erkennbar, für jeden mit Fernseher. Guzman zeigte nur die Strafraum-Szene. Die Mittelfeld-Szene tauchte bei der Review nicht auf.

Die Experten

Patrick Ittrich bei MagentaTV war deutlich: „Die Überprüfung beginnt mit der Balleroberung. Das hat sie ihm nicht gezeigt. Das ist ein Fehler der Videoassistentin. Das hätte gar nicht erst zu dem Strafstoß kommen dürfen." Er ergänzte lapidar: „Eine gesunde Aneinanderreihung von Fehlern durch den Schiedsrichter." Ex-Bundesliga-Schiedsrichter Manuel Gräfe ging noch weiter und sagte: „Entweder kann sie es nicht oder sie will es nicht."

Die Konsequenz

Bruno Guimarães verschoss den Elfmeter. Norwegen gewann 2:1. Brasilien schied aus. Das Ergebnis rettet die Entscheidung, aber nicht das Verfahren.

Quellen: Sport1, t-online, wette.de

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Die Guzman-Connection

Tatiana Guzman aus Nicaragua. VAR-Assistentin bei zwei kritischen Fehlentscheidungen. Im Achtelfinale Deutschland gegen Paraguay führte ihr Hinweis zur Aberkennung des legitimen Tors von Jonathan Tah, woraufhin Deutschland ausschied. Im Achtelfinale Brasilien gegen Norwegen zeigte sie dem Schiedsrichter nur die Strafraum-Szene, nicht das vorgelagerte Foul von Danilo im Mittelfeld, was zu einem fehlerhaften Elfmeter führte.

Die FIFA verteidigte den Einsatz in beiden Fällen. Keine Denkpause, kein kleineres Spiel. Stattdessen: Achtelfinale, Rekordweltmeister.

Manuel Gräfe wittert System: „Zwei Turnier-Ausscheidungen, eine VAR-Kabine. Zufall gibt es im Fußball, aber irgendwann hört er auf, eine Erklärung zu sein."

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Weitere VAR-Kontroversen

England, Elfer nicht gegeben gegen Ghana

Ezri Konsa foult Prince Kwabena Adu im Strafraum. Kein Elfmeter, kein VAR-Eingriff.

Darren Cann (WM-2010-Final-Assistent): „Konsa berührt den Ball überhaupt nicht. Das hätte an den Monitor verwiesen werden müssen."

Ghanas Trainer Carlos Queiroz: „Wieder einmal hat der VAR einen Kaffee getrunken. Es war ein klarer Elfmeter, Rote Karte."

Quellen: NDTV Sports, Mirror, BBC Sport, Express

Frankreich, Elfer trotz VAR verweigert

Kylian Mbappé wird im Zweikampf mit Sadio Mané im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Alireza Faghani (Iran) verweigert Elfmeter. VAR schickt ihn an den Monitor. Faghani bleibt bei seiner Meinung. Wie er dazu kam? Unklar. Schiedsrichter dürfen sich während des Turniers nicht öffentlich äußern.

Quelle: sportexpress.io

Frankreich vs Paraguay, Brutalität ohne Konsequenzen

Paraguay spielte im Achtelfinale gegen Frankreich extrem physisch, Schläge, Tritte. Matias Galarza schlug Mbappé im Laufduell. Schiedsrichter Ilgiz Tantashev (Usbekistan) ahndete nichts. Keine Gelben Karten für Paraguay.

Patrick Ittrich: „Das war die schlechteste Leistung bei dieser WM."

Quellen: ZDF, Sky Sport, Sportschau, Süddeutsche Zeitung

England vs Mexiko, Tuchel-Kritik

Jarrell Quansah sah nach VAR-Eingriff Rot. Schiedsrichter hatte nicht mal Foul gepfiffen.

Thomas Tuchel: „Die Schiedsrichter sind schlicht nicht gut genug. Die vierten Offiziellen sind nicht gut genug."

Quelle: sportexpress.io

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Das systemische Problem

Pierluigi Collina, FIFA-Schiedsrichterchef, hat vorgegeben: „Spiel laufen lassen, wenn es nur irgendwie geht." Die Schiedsrichter setzen dies „recht überambitioniert" um. Die Vermutung: Man möchte das Spiel flüssig halten. Die Folge: Klare Fouls werden nicht geahndet, und wenn der VAR eingreift, passiert es inkonsistent.

Das Problem ist nicht die Technologie. Das Problem ist die Anwendung. Und die Anwendung folgt keinem erkennbaren Muster der Gerechtigkeit, sondern einem Muster der Willkür, das manche Teams trifft und andere verschont.

Die Technologie selbst ist neutral. Sie zeigt Bilder, sie liefert Daten, sie misst Millimeter. Aber die Entscheidung, welche Bilder gezeigt werden, welche Szenen überprüft werden und welche nicht, trifft ein Mensch. Und dieser Mensch handelt unter Druck, mit begrenzter Zeit, mit eigenen Blindstellen und, ja, mit eigenen Vorurteilen. Der VAR hat die subjektive Entscheidung nicht abgeschafft. Er hat sie nur in einen Raum verlagert, den die Zuschauer nicht sehen können.

WM 2026: VAR-Skandale, Deutschland, Kroatien, Brasilien, Abschlussbild
Bildquelle: Wikimedia Commons, Sport & Macht

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Die Bilanz

LandVorfallFolgeVAR-Fehler?
DeutschlandTor aberkanntAus im ElfmeterschießenJa (Experten)
KroatienTor in Nachspielzeit annulliertAusTechnisch korrekt, aber inkonsistent
BrasilienFehlerhafter ElfmeterAus (trotz verschossenem Elfer)Ja (Guzman)
England/GhanaElfer nicht gegebenGlück für EnglandJa (Cann)
Frankreich/SenegalElfer trotz VAR verweigertkeine direkteJa (Faghani)
Frankreich/ParaguayBrutalität ohne Kartenkeine direkteJa (Tantashev)

Sechs Vorfälle. Drei Turnier-Ausscheidungen. Eine VAR-Assistentin, die zweimal auffällt.


Weiterlesen: Teil 1: Überblick, Das Muster der WM 2026 | Teil 5: Spot-Fixing und Wettmanipulation | Teil 6: Der all-argentinische Schiri-Skandal | Teil 7: Fazit, Systemischer Betrug oder Zufall?

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Wenn dieselbe VAR-Assistentin bei zwei Turnier-Ausscheidungen im Zentrum der Kritik steht – ab wann ist es kein Zufall mehr?

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