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Geopolitik05. Februar 2026ca. 8 Min. LesezeitAktualisiert 13. Juni 2026

Esther-Project-Gruppe: Alle bezahlten Influencer im Überblick

14 bis 18 Influencer. 900.000 Dollar Budget. Ein Premierminister, der sie als Waffen bezeichnete.

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*Wenn ein Staat 900.000 Dollar für Social-Media-Creator ausgibt, will er nicht anonym bleiben. Er will unsichtbar wirken. Dieser Artikel dokumentiert alle bekannten Namen in einem einzigen Überblick – als Inventarliste eines Systems, das Meinungen kauft.*

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Die Geschichte: Wie das Esther Project ans Licht kam

Das Esther Project existierte monatelang im Dunkeln. Es war kein Geheimnis im klassischen Sinne – keine versiegelten Akten, keine Whistleblower, keine Enthüllung durch eine investigative Redaktion. Es war ein Geheimnis, weil niemand danach suchte. Weil niemand glaubte, dass ein Staat im Jahr 2025 noch Influencer kaufen würde.

Die ersten Hinweise kamen von Haaretz, das im August 2025 über die Zahlungen an Bridges Partners LLC berichtete. Die Delaware-Firma, die im Januar 2025 gegründet wurde, hatte keinen öffentlichen Webauftritt, keine Mitarbeiter-Liste, kein LinkedIn-Profil. Sie existierte nur als Eintrag im Handelsregister von Delaware – einem Bundesstaat, der bekannt ist für Firmengründungen, die nichts weiter als eine Briefkastenadresse haben.

Bridges Partners war nicht die einzige Firma. Havas Media Group Germany, ein globaler PR-Riese mit Sitz in München, fungierte als Vermittler zwischen dem israelischen Außenministerium und den US-Influencern. Diese Schichtung – Staat → PR-Agentur → Delaware-Firma → Influencer – ist kein Zufall. Sie ist das Muster. Jede Ebene schützt die darüberliegende. Jede Ebene macht die Verantwortung ungreifbar.

Die FARA-Registrierung von Bridges Partners, die im August 2025 eingereicht wurde, enthüllte die ersten Zahlen: 900.000 Dollar Budget, 14-18 geplante Influencer, 25-30 Posts pro Monat pro Person. Diese Zahlen sind nicht spektakulär im Vergleich zum Gesamtbudget der israelischen Hasbara, das auf 730 Millionen Dollar geschätzt wird. Aber sie sind spektakulär in ihrer Präzision. Ein Staat, der 900.000 Dollar für 18 Social-Media-Creator ausgibt, weiß genau, was er tut. Er kauft keine Follower. Er kauft Narrative.

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Die Netanyahu-Gruppe: Die fünf vom UN-Hotel

Im September 2025 traf sich Benjamin Netanyahu in New York mit einer Gruppe von US-basierten jüdischen Influencern. Das Treffen fand im gleichen Hotel statt, in dem Netanyahu während der UN-Generalversammlung residierte – ein symbolischer Ort, an dem Staatspolitik und Social Media für einen Nachmittag verschmolzen. Die Jewish Telegraphic Agency (JTA) identifizierte fünf Personen auf den Fotos, die später öffentlich wurden:

Lizzy Savetsky ist die bekannteste der Gruppe. Mit über 1 Million Followern auf Instagram und TikTok vertritt sie den Lifestyle-Zionismus: Torah-Lernen mit ihrer Tochter, Hostage-Familien-Interviews, koscherer Lifestyle. Ihre Methode ist nicht Überzeugung. Sie ist Normalisierung. Sie macht Israel nicht zum Thema. Sie macht es zur Kulisse. Ihr Einzelprofil ist hier zu lesen.

Zach Sage Fox ist der Provokateur. Mit 1,1 Millionen TikTok-Followern hat er ein Format perfektioniert, das das Hasbara-Handbuch nicht enthält: Campus-Interviews, in denen er pro-palästinensische Demonstranten lächerlich macht. Sein Ramallah-Video, in dem er behauptete, von palästinensischen Männern bedroht worden zu sein, erreichte Millionen. Seine Methode ist nicht Überzeugung. Sie ist algorithmische Demütigung. Mehr hier.

Miriam Ezagui ist die unterschätzte Waffe. Mit 1 Million Followern auf Instagram postet sie über ihren Alltag als Krankenschwester, über Shabbat-Vorbereitungen, über Israel-Reisen mit ihrer Familie. Ihre Großmutter, Lilly Appelbaum Malnik, war eine Holocaust-Überlebende. Dieses Erbe ist nicht nur ihre Geschichte. Es ist ihr Content-Format. Sie erreicht junge Mütter, die keine politischen News konsumieren – und überzeugt sie, ohne dass sie es merken. Ihr Profil hier.

Ari Acker und Joyce Chabb sind die unbekannteren Namen. Mit geschätzten 50.000 bis 100.000 Followern auf Instagram und TikTok repräsentieren sie die kleineren, aber nicht weniger wichtigen Stimmen im Esther-Portfolio. Acker produziert News-Explainer und Advocacy-Content. Chabb fokussiert sich auf Anti-Antisemitismus und digitale Advocacy. Sie sind nicht die Stars. Sie sind das Fundament – die verlässlichen Stimmen, die konstant posten, ohne dass es auffällt.

Diese fünf repräsentieren kein zufälliges Sample. Sie repräsentieren ein Portfolio: Lifestyle, Provokation, Pflege, News, Advocacy. Jede Nische, ein anderes Publikum, dieselbe Botschaft. Wenn Savetsky die jüdische Mutter erreicht, Fox den jungen konservativen Mann, Ezagui die gesundheitsbewusste Millennial, Acker den news-hungrigen Intellektuellen und Chabb den Antirassismus-Aktivisten – dann hat das Esther Project das politische Spektrum abgedeckt. Nicht mit einem Kanal. Mit fünf.

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Die erweiterte Gruppe: Elf Namen, die wir kennen

Über die fünf vom UN-Hotel hinaus sind weitere Namen aus den FARA-Akten und Medienberichten identifiziert worden. Bridges Partners plante 14 bis 18 Influencer. Elf sind bekannt. Drei bis sieben fehlen – und niemand weiß, wer sie sind.

Die bekannten elf lassen sich in drei Kategorien einteilen:

Die Stars (1M+ Follower): Lizzy Savetsky, Miriam Ezagui, Zach Sage Fox. Diese drei tragen das Projekt. Sie bringen die Reichweite. Sie bringen die Viralität. Sie bringen die Authentizität, die nur eine Million Follower verleihen können.

Die Zwischenstufe (100K-500K): Azealia Banks, Eylon Levy. Banks ist die Rapperin, die offen zugab, für Israel-Posts bezahlt worden zu sein – auch für absichtlich provokative Troll-Posts. Levy ist der ehemalige israelische Regierungssprecher, der nicht Teil des Esther Projects war, aber das gleiche System bediente. Er verklagte später seinen eigenen Staat, weil er nicht bezahlt wurde – die schönste Ironie des Informationskriegs.

Die Spezialisten (50K-100K): Ari Acker, Joyce Chabb, und weitere, deren Namen in den FARA-Akten nur als Initialen oder Kürzel erscheinen. Diese sind nicht weniger wichtig. Sie sind die Infrastruktur – die Stimmen, die jeden Tag posten, die Kommentare beantworten, die Communities aufbauen. Sie sind nicht viral. Sie sind verlässlich.

Die fehlenden drei bis sieben Namen sind das echte Rätsel. Wer sind sie? Kleinere Creator, die unter dem Radar fliegen? Größere Namen, die ihre Beteiligung besser versteckt haben? Musiker? Sportler? Akademiker? Die FARA-Akten nennen sie nicht. Die NDA-Verträge schweigen. Und das ist genau das, was das System will.

Denn wenn die Öffentlichkeit nur die Spitze des Eisbergs sieht, glaubt sie, der Eisberg sei klein.

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Die Direkt-Zahlungen: Wer das Geld wirklich kassierte

Laut Haaretz und den FARA-Akten von Bridges Partners LLC floss das Geld nicht nur in eine große Kasse. Es floss in individuelle Taschen:

Nadav Shtrauchler erhielt 15.000 US-Dollar. Er ist Kommunikationsberater, arbeitete mit Netanyahu und dem Hostages and Missing Families Forum. Er war nicht einfach ein Vermittler. Er war ein Operateur – jemand, der wusste, wie man Narrative baut, wie man Medien manipuliert, wie man Öffentlichkeit herstellt.

Pnina Rezidor erhielt 10.000 US-Dollar. Sie ist Digital-Marketing-Strategin aus Israel. Ihre Rolle war vermutlich technischer: Sie plante die Content-Strategien, analysierte die Algorithmen, optimierte die Posting-Zeiten. Sie war die Ingenieurin hinter der Maschine.

Diese Zahlen – 15.000 und 10.000 Dollar – scheinen klein im Vergleich zum Gesamtbudget von 900.000 Dollar. Aber sie sind aufschlussreich. Sie zeigen, dass das Esther Project nicht nur eine große Agentur war, die alles abwickelte. Es war ein Netzwerk von Einzelkämpfern, jeder mit seiner eigenen Funktion, seiner eigenen Bezahlung, seinem eigenen Verantwortungsbereich. Das ist keine zentralisierte Propaganda. Das ist dezentralisierte Meinungsmache – viel schwerer zu durchschauen, viel schwerer zu regulieren.

Die restlichen 875.000 Dollar flossen wahrscheinlich an die Influencer selbst, an Produktionskosten, an Reisekosten, an die Operation von Bridges Partners. Aber die genauen Verteilungen sind nicht öffentlich. NDA-Verträge verhindern die Offenlegung. Und Delaware-Gesetze verhindern, dass wir erfahren, wer hinter Bridges Partners steht.

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Die Struktur hinter den Namen: Bridges Partners und das Tarnsystem

Bridges Partners LLC wurde im Januar 2025 in Delaware gegründet. Delaware ist der bevorzugte Bundesstaat für Firmen, die nicht gefunden werden wollen. Keine Steuerpflicht für ausländische Eigentümer. Keine Offenlegung von Gesellschafter-Informationen. Keine öffentlichen Jahresberichte. Eine Firma in Delaware kann existieren, ohne dass jemand weiß, wer sie besitzt.

Das ist keine Zufälligkeit. Das ist Architektur. Jemand – vermutlich im israelischen Außenministerium oder in der nationalen Sicherheitsberatung – hat sich bewusst für Delaware entschieden. Nicht für New York, nicht für Tel Aviv, nicht für London. Für Delaware. Weil Delaware am besten verschleiert.

Havas Media Group Germany fungierte als Vermittler. Ein globaler PR-Riese mit Büros in München, Paris, London, New York. Havas ist nicht irgendeine Agentur. Es ist ein Konzern, der für Regierungen, Unternehmen und NGOs arbeitet. Dass Havas für das israelische Außenministerium arbeitete, ist nicht illegal. Dass es nicht offenlegte, für wen es arbeitete, ist problematisch. Dass die Influencer nicht wussten, dass ihr Geld letztlich vom israelischen Staat kam, ist das eigentliche Problem.

Diese Schichtung – Staat → PR-Riese → Delaware-Firma → Einzelpersonen – ist das Standardmuster verdeckter Einflussnahme. Es ist nicht neu. Es wurde von russischen Troll-Farmen perfektioniert. Es wurde von chinesischen Einfluss-Agenturen verfeinert. Israel hat es nur übernommen und für den amerikanischen Markt angepasst.

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Die Zahlen im Überblick: Was 900.000 Dollar kaufen

Um zu verstehen, was 900.000 Dollar im Social-Media-Kontext bedeuten, muss man die Zahlen in Relation setzen:

14 bis 18 Influencer mit einem Budget von 900.000 Dollar bedeutet durchschnittlich 50.000 bis 64.000 Dollar pro Person. Bei 25 bis 30 Posts pro Monat über mehrere Monate liegen wir bei geschätzt 6.000 bis 7.000 Dollar pro Post. Das ist nicht exorbitant für den US-Influencer-Markt. Ein mittelgroßer Lifestyle-Influencer mit 500.000 Followern kann für einen gesponserten Post zwischen 5.000 und 10.000 Dollar verlangen. Das Esther Project zahlte also Marktpreise – vielleicht sogar unter Marktpreis.

Das ist der brillante Aspekt: Israel hat nicht versucht, die Influencer mit übertriebenen Summen zu kaufen. Israel hat versucht, sie mit normalen Summen zu kaufen. Weil normale Summen keine Fragen aufwerfen. Wer 100.000 Dollar für einen Post zahlt, macht sich verdächtig. Wer 7.000 Dollar zahlt, macht sich nicht verdächtig. Er macht sich unauffällig.

Und das ist der Punkt. Das Esther Project war nicht spektakulär in seinen Zahlen. Es war spektakulär in seiner Normalität. Es hat staatliche Propaganda so sehr wie normale Influencer-Arbeit aussehen lassen, dass niemand danach fragte. Bis die FARA-Akten auftauchten.

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Die Methoden im Vergleich: Fünf Stimmen, ein Chor

Jeder der bekannten Esther-Project-Influencer hat eine eigene Methode. Aber ihre Methoden ergänzen sich perfekt:

Lizzy Savetsky praktiziert Lifestyle-Zionismus. Ihre Zielgruppe: Junge jüdische Frauen und Mütter. Ihre Methode: Normalisierung durch Alltag. Ihre Waffe: Authentizität.

Zach Sage Fox praktiziert algorithmische Provokation. Seine Zielgruppe: Junge Männer, Konservative, Campus-Studenten. Seine Methode: Demütigung des Gegners. Seine Waffe: Viralität.

Miriam Ezagui praktiziert Soft-Propaganda durch Pflege. Ihre Zielgruppe: Junge Mütter, Gesundheitsbewusste, religiöse Frauen. Ihre Methode: Emotion vor Argument. Ihre Waffe: Vertrauen.

Azealia Banks praktiziert kontrolliertes Chaos. Ihre Zielgruppe: Popkultur-Fans, Mainstream. Ihre Methode: Troll-Posts, die die Aufmerksamkeit auf Israel lenken, egal wie. Ihre Waffe: Kontroverse.

Eylon Levy praktiziert intellektuelle Hasbara. Seine Zielgruppe: Intellektuelle, Medienkonsumenten, Politik-Interessierte. Seine Methode: Debattieren und TV-Auftritte. Seine Waffe: Glaubwürdigkeit.

Zusammen decken diese fünf das gesamte politische Spektrum ab. Von der emotionalen Mutter bis zum intellektuellen Sprecher. Von der religiösen Frau bis zur provokanten Rapperin. Von der jüdischen Community bis zum Mainstream. Es ist kein Zufall, dass dieses Portfolio so divers ist. Es ist geplant. Es ist ein Chor, in dem jede Stimme eine andere Tonlage hat, aber alle dieselbe Melodie singen.

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Die fehlenden Namen: Das System der Verschleierung

Die bekannten Namen sind nur die sichtbare Spitze. Bridges Partners plante 14 bis 18 Influencer. Elf sind identifiziert. Drei bis sieben fehlen. Und niemand weiß, wer sie sind.

Das ist kein Zufall. Das ist das System. Delaware-Firmen verschleiern den Eigentümer. Subunternehmer wie Havas verschleiern den Auftraggeber. NDA-Verträge verschleiern die Teilnehmer. Fehlende FARA-Registrierungen verschleiern die Agenten. Jede Schicht des Systems ist so konzipiert, dass die darunterliegende unsichtbar bleibt.

Die fehlenden Namen sind nicht weniger wichtig als die bekannten. Sie sind nur besser versteckt. Und genau darin liegt die Gefahr. Denn wenn die Öffentlichkeit glaubt, sie kenne alle Akteure, dann glaubt sie, sie habe das System durchschaut. Aber ein System, von dem man nur 60% kennt, ist kein durchschautes System. Es ist ein getäuschtes System.

Wer könnten die fehlenden drei bis sieben sein? Ein Kabarettist, der Israel-Witze macht, ohne zu erwähnen, dass er bezahlt wird? Ein Fitness-Influencer, der seine Workouts in Tel Aviv filmt? Ein Koch, der israelische Rezepte präsentiert? Ein Tech-Blogger, der über israelische Start-ups schwärmt? Die Möglichkeiten sind endlos. Und das ist genau das, was das Esther Project ausnutzt. Jeder Creator ist ein potenzieller Kanal. Jeder Kanal ist ein potenzielles Geschäft.

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Der internationale Kontext: Ist Israel das einzige Land?

Das Esther Project ist nicht einzigartig. Es ist nur besonders gut dokumentiert. Andere Staaten haben ähnliche Programme – sie sind nur besser versteckt.

China betreibt seit Jahren eine globale Influencer-Strategie über sogenannte "Wolf Warrior Diplomats" und bezahlte Social-Media-Creator. Russland hat die Internet Research Agency in Sankt Petersburg, die seit 2014 US-Social-Media manipuliert. Die Vereinigten Arabischen Emirate haben laut US-Geheimdienstberichten Millionen in US-Influencer investiert. Saudi-Arabien hat Bezos' Washington Post nicht direkt gekauft, aber über die MBS-Connection indirekt beeinflusst.

Aber Israel ist anders. Nicht weil es mehr oder weniger tut. Sondern weil es mehr oder weniger versteckt. Russland und China operieren oft offensiv-aggressiv – Troll-Farmen, Bots, Desinformation. Israel operiert defensiv-subtil – echte Menschen, echte Geschichten, echte Emotionen. Das Esther Project kaufte keine Bots. Es kaufte Menschen. Und Menschen sind viel schwerer zu erkennen als Bots.

Das macht Israel's Strategie gefährlicher. Nicht weil sie skrupelloser ist. Sondern weil sie glaubwürdiger ist. Ein Bot-Post wird ignoriert. Ein Familienfoto wird geteilt.

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Was das Esther Project über den modernen Staat verrät

Das Esther Project ist kein Randphänomen. Es ist kein Fehler. Es ist kein Ausrutscher einer übermotivierten PR-Abteilung. Es ist der neue Normalzustand der Staatspolitik im 21. Jahrhundert.

Früher kauften Staaten Zeitungen. Dann kauften sie Fernsehsender. Jetzt kaufen sie Influencer. Der Unterschied ist nicht moralisch. Der Unterschied ist technologisch. Ein Zeitungsartikel ist ein einzelnes Ereignis. Ein Influencer-Post ist ein viraler Prozess. Er wird geteilt. Er wird kommentiert. Er wird algorithmisch verstärkt. Ein bezahlter Zeitungsartikel erreicht die Leser der Zeitung. Ein bezahlter Influencer-Post erreicht die Follower, die Follower der Follower, und die Algorithmen, die alles verstärken.

Das Esther Project hat gezeigt, wie viele Namen noch fehlen. Es hat gezeigt, dass die bekannten Namen nur die Spitze eines Systems sind, das glaubt, öffentliche Meinung käuflich zu sein. Es hat gezeigt, dass ein Staat, der 900.000 Dollar für 18 Social-Media-Creator ausgibt, nicht experimentiert. Er investiert. Und Investitionen erwarten Rendite.

Die Rendite des Esther Projects war nicht messbar in Dollar. Sie war messbar in Meinungen. In jungen amerikanischen Müttern, die Israel sympathischer sahen. In College-Studenten, die Palästina kritischer sahen. In jüdischen Communities, die sich enger mit Israel verbunden fühlten. Diese Rendite ist nicht in Bilanzen zu finden. Aber sie ist in Umfragen zu spüren. In Wahlurnen zu spüren. In der öffentlichen Debatte zu spüren.

Der Sigma liest nicht die Liste. Er liest das System, das die Liste hervorbringt. Und dieses System sagt: Wenn ein Staat Meinungen kauft, sind die Namen der Verkäufer nur die erste Währung der Rechenschaft. Die zweite Währung ist die Wahrheit. Und die dritte ist das Vertrauen, das für immer verloren geht.

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Anschluss – Die Hasbara-Influencer-Serie

Σ

Sigma

Systemanalyse, Quellenprüfung und Einordnung. Keine Auftragsarbeit. Keine institutionelle Bindung. Der #SIGMACODE verbindet biografische Erfahrung mit disziplinierter Recherche.

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