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Geopolitik30. April 2026ca. 7 Min. LesezeitAktualisiert 13. Juni 2026

Eylon Levy: Vom Oxford-Debattierer zum unbezahlten Hasbara-Star

Oxford. Regierungssprecher. Globale Hasbara-Ikone. Und dann: sein eigener Staat schuldet ihm Geld.

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*Es gibt einen Moment, in dem jede Maschine ihr eigenes Öl verschleißt. Für die israelische Hasbara war dieser Moment, als ihr Star-Sprecher öffentlich erklärte: Auch mir schuldet ihr Geld. Nicht als Drohung. Nicht als Erpressung. Als Fakt. Und Fakten sind das Einzige, das ein Debattier-Champion nicht ignorieren kann.*

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Wer er ist: Der Mann, der Argumente schärfer als Schwerter führte

Eylon Levy ist kein Amateur. Er ist ein Weltmeister im Debattieren. Während seines Studiums an der University of Oxford – einer der renommiertesten Universitäten der Welt – gewann er die Weltmeisterschaft im Debattieren. Das ist nicht nur ein akademischer Preis. Das ist ein Zeugnis für eine Fähigkeit, die in der modernen Politik unbezahlbar ist: die Kunst, Menschen zu überzeugen, auch wenn sie dir zunächst nicht glauben wollen.

Levy spricht perfektes Englisch mit einem leichten britischen Akzent, der das Ergebnis von Oxford-Jahren ist, nicht von Geburtsort. Er argumentiert logisch, Schritt für Schritt, Prämisse für Prämisse. Er bleibt ruhig, selbst wenn er angegriffen wird – nicht, weil er keine Emotionen hat, sondern weil er weiß, dass Ruhe glaubwürdiger ist als Wut. Er lächelt manchmal, wenn er angegriffen wird. Nicht aus Arroganz. Sondern aus der Gewissheit, dass er das bessere Argument hat – oder zumindest das bessere Framing.

Diese Qualitäten machten ihn zum perfekten Hasbara-Sprecher. Denn Hasbara ist keine Wahrheitssuche. Sie ist Rhetorik als Waffe. Und Levy beherrschte die Rhetorik besser als jeder andere in der israelischen Regierung. Nicht, weil er der talentierteste Redner war – obwohl er das auch war. Sondern weil er der glaubwürdigste war. Er sah nicht aus wie ein Politiker. Er sah aus wie ein Akademiker. Er klang nicht wie ein Sprecher. Er klang wie ein Freund, der dir etwas erklärt, das du noch nicht verstehst.

Seine Karriere bei der israelischen Regierung begann als Regierungssprecher im Außenministerium. Er wurde schnell zum offiziellen Gesicht der israelischen Position im Gazakrieg. Er trat in BBC, CNN, Al Jazeera, Sky News und unzähligen anderen Sendern auf. Er debattierte mit Piers Morgan. Er stand Interviews mit Journalisten aus der ganzen Welt durch – und kam fast immer als Sieger heraus. Nicht, weil er Recht hatte. Sondern weil er besser debattierte.

Und er tat es mit der Coolness eines Mannes, der glaubt, dass Worte Macht sind. Was er nicht wusste: Die Macht, die er dachte zu besitzen, gehörte nie ihm. Sie gehörte dem Staat, der ihn benutzte. Und als dieser Staat beschloss, ihn nicht mehr zu bezahlen, verschwand auch seine Macht – wie ein Licht, das man ausschaltet.

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Seine öffentlichen Spuren: Die Auftritte, die ihn berühmt machten

Levy's TV-Auftritte waren nicht einfach Interviews. Sie waren Meisterstücke der Rhetorik. In einer berüchtigten BBC-Sendung debattierte er mit einem palästinensischen Aktivisten über die Gaza-Blockade. Der Aktivist lieferte Zahlen: Tausende Tote, Zerstörung von Infrastruktur, Hungersnöte. Levy antwortete nicht mit Gegen-Zahlen. Er antwortete mit Kontext. "Ja, die Zahlen sind schrecklich", sagte er. "Aber verstehen Sie, warum Israel handeln musste?" Und dann lieferte er seinen Kontext: Hamas, Raketen, 7. Oktober, das Recht auf Selbstverteidigung.

Er änderte nicht die Fakten. Er änderte den Rahmen, in dem die Fakten betrachtet wurden. Das ist die höchste Stufe der Rhetorik. Nicht das Lügen. Das Framing.

In einem CNN-Interview wurde er gefragt, ob Israel Kriegsverbrechen begangen habe. Levy antwortete nicht mit Ja oder Nein. Er antwortete mit einer Gegenfrage: "Würden Sie den USA vorwerfen, Kriegsverbrechen begangen zu haben, als sie Hitler bekämpften?" Die Gegenfrage war unfair – der Vergleich von Gaza mit dem Zweiten Weltkrieg ist historisch unzutreffend. Aber sie war rhetorisch brillant. Sie lenkte die Aufmerksamkeit vom eigentlichen Thema ab. Sie machte Israel zum Opfer, nicht zum Täter. Und sie endete das Interview, bevor der Journalist antworten konnte.

Diese Technik – Kontext statt Fakten, Framing statt Wahrheit, Gegenfragen statt Antworten – war Levy's Markenzeichen. Er war nicht der erste Sprecher, der so arbeitete. Aber er war einer der besten. Und er war derjenige, der es am längsten durchhielt.

Bis er nicht mehr durchhielt.

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Die Kündigung: Wenn der Staat seinen besten Sprecher verstößt

Levy wurde im Laufe des Jahres 2025 von seiner Position als Regierungssprecher entlassen. Die offiziellen Gründe blieben unklar. Die israelische Regierung gab keine Erklärung ab. Inoffiziell wurde berichtet, dass Levy sich mit der Regierung überstritten hatte – möglicherweise wegen seiner zunehmend selbstständigen Auftritte, bei denen er eigene Positionen vertrat, die nicht immer mit der offiziellen Linie übereinstimmten. Möglicherweise wegen interner Konflikte, bei denen Levy zu eigenständig wurde für ein System, das Kontrolle über seine Botschafter brauchte.

Was auch immer der Grund war: Levy verlor seinen Posten. Aber er verlor nicht seine Stimme. Er begann, unabhängig zu sprechen. Er begann, eigene Inhalte zu produzieren. Er begann, auf Social Media aktiv zu sein – als unabhängiger Kommentator, nicht mehr als offizieller Sprecher. Und genau das machte ihn gefährlich. Nicht für Israel's Gegner. Für Israel selbst.

Denn ein unabhängiger Levy war nicht mehr kontrollierbar. Er konnte sagen, was er wollte. Er konnte Fragen stellen, die er als Sprecher nicht hätte stellen dürfen. Er konnte Kritik üben, die er als Angestellter nicht hätte üben können. Und er konnte – und das war das Schlimmste für die Regierung – über Geld sprechen.

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Das Geständnis, das alles veränderte

Im März 2026, als Medien über die Klage zweier PR-Firmen gegen die israelische Hasbara-Direktion berichteten, meldete sich Eylon Levy zu Wort. Er sagte öffentlich, dass auch ihm Geld geschuldet werde. Nicht viel. Nicht Millionen. Aber genug, um eine Wahrheit zu enthüllen, die gefährlicher war als jede Rakete.

Das war der Moment, in dem die Maschine ihr eigenes Öl verschleißte. Der Mann, der jahrelang das Gesicht der israelischen Propaganda gewesen war, erklärte, dass das System, für das er gearbeitet hatte, nicht einmal seine eigenen Leute bezahlte. Es war, als würde ein Automobilhersteller plötzlich zugeben, dass seine Autos keine Bremsen haben – nicht aus Ehrlichkeit, sondern weil er selbst in einem davon saß, als es bergab ging.

Levys Geständnis war kein Whistleblowing im klassischen Sinne. Er enthüllte keine Geheimnisse. Er enthüllte nur eine Wahrheit, die alle vermutet hatten, aber niemand beweisen konnte: Das System, das Milliarden für Propaganda ausgab, war nicht in der Lage – oder nicht willens – seine eigenen Arbeiter zu bezahlen.

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Die drei Lehren aus Levys Fall

Levys Fall ist besonders brisant, weil er nicht irgendein anonymer Auftragnehmer war. Er war der Star. Er war das Aushängeschild. Er war der Mann, der vor Millionen Zuschauern die israelische Position verteidigte, während Raketen fielen und Gebäude einstürzten.

Wenn ein Staat seinen Star-Sprecher nicht bezahlt, sagt das drei Dinge aus, die weit über Levy hinausgehen:

Erstens: Das System ist chaotisch. Nicht nur kleine PR-Firmen werden nicht bezaht. Nicht nur unbekannte Influencer werden übersehen. Selbst die prominentesten Gesichter der Kampagne werden nicht bezahlt. Das bedeutet: Das 730-Millionen-Dollar-Budget fließt nicht ineffizient. Es fließt willkürlich. Einige bekommen zu viel. Andere bekommen nichts. Und niemand weiß, wer zu welcher Gruppe gehört.

Zweitens: Das System ist moralisch bankrott. Nicht finanziell – es hat genug Geld, um Influencer zu kaufen, KI-Systeme zu entwickeln und globale PR-Kampagnen zu finanzieren. Sondern moralisch. Ein Staat, der seine eigenen Propagandisten betrügt, ist ein Staat, der keine Loyalität verdient. Und Loyalität ist das Einzige, das ein Propagandasystem am Leben hält. Wenn die Sprecher anfangen, zu klagen, fangen die Zuhörer an, zu zweifeln.

Drittens: Das System ist selbstzerstörerisch. Levy war ein Asset. Er war ein Wert, den Israel über Jahre gebaut hatte. Jeder TV-Auftritt, jedes Interview, jede Debatte hatte seinen Markenwert gesteigert. Er war die menschliche Seite der israelischen Politik – der freundliche, intelligente, überzeugende Sprecher, der das Bild eines aggressiven Militärstaates aufweichte. Und dann warf Israel ihn weg, ohne zu zahlen. Nicht, weil er schlecht war. Sondern weil das System so sehr mit seiner eigenen Bürokratie beschäftigt war, dass es vergaß, seine besten Leute zu halten.

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Warum Levy gefährlich war – und warum er jetzt gefährlicher ist

Levy war gefährlich, weil er glaubwürdig war. Er war kein Politiker, der offensichtlich parteiisch war. Er war kein Militär, das offensichtlich kämpfte. Er war ein Debattierer. Ein Mann, der Argumente liebte. Ein Mann, der glaubte, dass die beste Seite gewinnen würde, wenn nur genug debattiert würde.

Diese Glaubwürdigkeit machte ihn zum perfekten Hasbara-Agenten. Denn wenn ein Mann wie Levy sagte: "Israel handelt aus Selbstverteidigung", dann glaubten es Menschen, die sonst skeptisch waren. Wenn Levy sagte: "Die Blockade ist notwendig", dann dachten Zuschauer: "Ein kluger Mann wie Levy würde nicht lügen." Er war nicht nur ein Sprecher. Er war ein Glaubwürdigkeits-Asset.

Aber jetzt ist Levy gefährlicher – für Israel. Denn jetzt sagt er nicht mehr: "Israel hat recht." Jetzt sagt er: "Israel hat mich betrogen." Und das ist eine andere Art von Wahrheit. Eine, die glaubwürdiger ist als jede Kriegsberichterstattung. Denn wenn ein Mann, der jahrelang für Israel sprach, plötzlich sagt, dass Israel ihn nicht bezahlte, dann glauben ihm nicht nur Israel's Gegner. Dann glauben ihm auch Israel's Freunde.

Das ist das Paradoxon von Levy. Er war die Stimme der Überzeugung. Jetzt ist er die Stimme des Zweifels. Und Zweifel ist ansteckender als Überzeugung.

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Die Methodik hinter der Maske: Wie Levy debattierte

Levys Methodik war nicht kompliziert. Sie war elegant. Sie bestand aus vier Elementen, die er in jeder Debatte anwandte:

Ruhe vor Angriff. Levy blieb immer ruhig, selbst wenn er aggressiv angegriffen wurde. Wenn ein Journalist aufgebracht war, wenn ein Aktivist schrie, wenn ein Moderator provozierte – Levy lächelte. Er wartete. Er ließ den anderen ausreden. Und dann antwortete er, als würde er einem Kind etwas erklären. Das machte ihn nicht nur glaubwürdig. Das machte ihn überlegen.

Kontext vor Fakten. Levy lieferte selten konkrete Daten. Er lieferte Kontexte, die die israelische Position verständlich machten. Wenn gefragt wurde, wie viele Zivilisten getötet wurden, antwortete er nicht mit einer Zahl. Er antwortete mit einer Geschichte. "Stellen Sie sich vor, Ihre Stadt wird von Terroristen angegriffen. Was würden Sie tun?" Die Geschichte war mächtiger als jede Zahl.

Framing vor Wahrheit. Levy änderte nie die Fakten – zumindest nicht offensichtlich. Er änderte die Perspektive, aus der die Fakten betrachtet wurden. Ein totes palästinensisches Kind wurde nicht geleugnet. Es wurde in einen Kontext gesetzt: "Das ist die Tragödie des Krieges, den Hamas begonnen hat." Der Fakt blieb. Die Bedeutung änderte sich.

Persönlichkeit vor Politik. Levy war nicht "die israelische Regierung". Er war "Eylon Levy, der nette Mann aus Oxford, der nur erklären will, wie komplex die Lage ist." Das machte ihn sympathisch. Es machte ihn menschlich. Es machte ihn glaubwürdig. Und das war sein größtes Werkzeug.

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Was Eylon Levy über Hasbara verrät – und was er über Staaten verrät

Levy zeigt, wie die moderne Hasbara funktioniert. Er zeigt, dass der beste Agent nicht der ist, der lügt. Sondern der, der glaubt. Oder der, der glaubt, dass er glaubt. Levy war so überzeugend, weil er selbst überzeugt zu sein schien. Er strahlte keine Lüge aus. Er strahlte Überzeugung aus. Und Überzeugung ist ansteckender als jede Lüge.

Aber Levy zeigt auch, was passiert, wenn das System zusammenbricht. Wenn ein Staat seine eigenen Sprecher nicht bezahlt. Wenn ein Mann, der jahrelang die Welt überzeugt hat – oder überzeugt zu haben glaubte – plötzlich entdeckt, dass das System, für das er gearbeitet hat, ihn genauso betrogen hat wie alle anderen.

Das ist nicht nur eine Geschichte über Geld. Das ist eine Geschichte über Treue. Über den Vertrag zwischen einem Staat und seinen Vertretern. Über den Mangel an Treue, der ein System kennzeichnet, das glaubt, es könne die Welt überzeugen, ohne selbst überzeugt zu sein.

Eylon Levy ist nicht das Problem. Er ist das Symptom. Das Problem ist ein Staat, der glaubt, er müsse die Welt mit Worten überzeugen. Und dann diese Worte nicht einmal bezahlt. Ein Staat, der 730 Millionen Dollar für Propaganda ausgibt, aber vergisst, seinen besten Sprecher zu bezahlen, ist nicht nur inkompetent. Er ist der Beweis, dass das System nicht funktioniert – nicht für die Welt, nicht für seine eigenen Leute.

Der Sigma liest nicht den Sprecher. Er liest das System, das den Sprecher hervorbringt. Und dieses System sagt: Wenn ein Staat seine eigenen Waffen nicht bezahlt, dann sind es keine Waffen mehr. Dann sind es nur noch Worte. Und Worte, die niemand bezahlt, hat niemand nötig.

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Anschluss – Die Hasbara-Influencer-Serie

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Sigma

Systemanalyse, Quellenprüfung und Einordnung. Keine Auftragsarbeit. Keine institutionelle Bindung. Der #SIGMACODE verbindet biografische Erfahrung mit disziplinierter Recherche.

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Wenn selbst der Star-Sprecher nicht bezahlt wird – wie glaubwürdig ist das System für seine Follower?

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